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Erwin Thoma – Portrait eines erfolgreichen Unternehmers

Erwin Thoma hat eine neue Geschäftsphilosophie aus den Erfahrungen seines Opas, seinen Beobachtungen als Förster im Hochwald und den Kenntnissen aus seinem BWL-Studium kreiert. Sie orientiert sich an den Prinzipien der Natur.

Während der Anstellung im Staatsforst hoch oben im Karwendelgebirge machte er Beobachtungen im Wald, die sein Weltbild verändert haben.

Er stellte fest, dass die Natur das Prinzip der Fülle lebt und dass das Teilen zusammen mit der Kommunikation das „Erfolgsrezept“ im Wald ist. Der Baum, der es als Erster mit seiner Krone ans Licht geschafft hat, verschenkt sich und sorgt für seinen Nachwuchs. Wird einer der Bäume von Schädlingen angegriffen oder erhält zu wenig Wasser, dann kommuniziert er das mit allen in der Umgebung. Beispielsweise senden die Bäume beim Borkenkäferbefall Duftstoffe aus, wodurch andere Bäume gewarnt werden und sich frühzeitig schützen können. Bei Wassermangel, reduzieren die Bäume in der Umgebung die Wasseraufnahme, damit alle genug bekommen. Bei Krankheiten liefern die Mikroorganismen im Boden sofort die nötige „Medizin“. So wurde ihm klar, dass kein Baum alleine überleben kann und Konkurrenz seinen Tod bedeutet.

Altes Wissen neu belebt

Der Durchbruch kam mit dem Wissen des Opas seiner Frau Karin, der ein geschätzter Zimmermann war. Dieser bestand darauf, dass der junge Erwin Holz bei abnehmendem Mond schlagen sollte. Er aber hat das abgetan als albern und „esoterisch“. Doch schließlich wollte er vom Opa lernen und machte die Erfahrung, dass seine geschlagenen Bäume nicht vom Borkenkäfer befallen wurden, im Gegensatz zu denen seines Nachbarns, die zu einer anderen Mondphase gefällt wurden. Das Mondholz überzeugte ihn und er baute nur noch damit. Opas Wissen ging schließlich in seinem Buch „Die geheime Sprache der Bäume“ um die Welt und wurde ein Bestseller. Mit der Veröffentlichung der Erfolgsrezepte befolgte er das Prinzip der Bäume – ‚mit anderen teilen‘ – auch wenn er damit einen Wettbewerbsvorteil aus der Hand gab. Die Aufträge für seine Holz100 Häuser kamen so zahlreich aus aller Welt, wie er es nie erwartet hatte. Damit ließ er aber auch alle gelernten Prinzipien der Beriebswirtschaft hinter sich und propagiert heute den Weg des Teilens, des Miteinanders – eines menschlichen Betriebsklimas.

„Wir müssen von alten Glaubenssätzen wegkommen!“

ist Thomas Botschaft an die Zuhörer in seinen zahlreichen Vorträgen.

Seine Holzhäuser sind energieneutral und liefern Sommer wie Winter ohne technische Energiezuführung ein Raumklima zwischen 18-26 Grad Celsius – auch in 1000 Meter Höhe. Sie sind komplett zerlegbar und damit als Rohstoffquelle für die nächste Generation wieder verwertbar. Nach all dem, was Erwin Thoma in seinem Unternehmen erfährt, gibt es keine Rohstoffknappheit.

„Ich muss das Material so verwenden, dass es lange Zeit dient und auf derselben Kaskade wieder verwendbar ist.“

Damit schmeißt er alles, was er im BWL-Studium über Konkurrenz und Kurzlebigkeit der Produkte gelernt hat, über Bord. Seine Botschaft an die Unternehmer lautet, dieses Prinzip der Wiederverwendung auch auf die Smartphones und alle anderen Elektroprodukte zu übertragen.

„Liebe Leut, die Welt, die Schöpfung ist ein Ort der Fülle, ist ein Ort der Liebe und nicht des Mangels und nicht der Angst. Aber wir müssen die Kulturleistung bringen, dass wir diese Ströme, diese Kreislaufströme erkennen und wieder leben“ lautet sein Aufruf bei einem Vortrag.

Nach Erwin Thomas Erfahrung ist die Aussage: „Wir maximieren einen Gewinn“ vollkommen falsch. „Wir maximieren einen Verlust. Wenn wir einen Gewinn maximieren würden, dann entscheiden wir uns so, dass es für die 7. Generation nach uns noch gut ist!“ Damit malt Erwin Thoma als erfolgreicher Unternehmer Ende 50 ein Weltbild, das bei allen nativen Kulturen auf der Welt selbstverständlich war: „Leben im Einklang mit der Natur und in der Verantwortung für die kommende Generation.“

Links zu seinen Vorträgen:

Autor: Dirk Schröder